«Das Krampfaderleiden (Varikosis) ist ein sehr häufiges Problem. Circa ein Drittel der Bevölkerung ist davon betroffen.»

Ursache

Ursächlich ist meist eine genetische Veranlagung, die zu einer Venenwandschwäche der oberflächlichen Beinvenen führt. Durch die Erweiterung der Venen können die vorhandenen Venenklappen nicht mehr richtig schliessen und aufgrund der Schwerkraft kommt es im Stehen zu einem Blutfluss Richtung Unterschenkel/ Füße. Geschieht dies über einen längeren Zeitraum, bilden sich neue unter der Haut sichtbare Krampfadern. Der Rückfluss des Blutes führt zu einer Überlastung des gesamten Venensystems.

Neben der Veranlagung zu einer Bindegewebsschwäche gibt es weitere Risikofaktoren für Krampfaderleiden:

  • Schwangerschaften: Durch den erhöhten Druck im Bauchraum wird der venöse Rückfluss
    beeinträchtigt und es kann zur Ausbildung von Krampfadern kommen.
  • Übergewicht: Auch hier kommt es zu venösen Abflussstörungen durch den erhöhten Druck vom
    Bauchraum.
  • Stehende/ sitzende Berufe (Coiffeure, Koch, Bürotätigkeiten): Im Stehen und Sitzen arbeiten die
    Muskeln an den Unterschenkeln nicht. Diese sind jedoch sehr wichtig, um das venöse Blut entgegen
    der Schwerkraft zurück zum Herzen zu transportieren. Es kommt zu einem langsameren Rückfluss
    und einer chronischen Stauung in den oberflächlichen Venen.
  • Alter: Mit dem Alter kann es zu einer zunehmenden Venenwandschwäche kommen, da die Elastizität
    des Bindegewebes im gesamten Körper nachlässt.

Bei der sekundären Varikose kommt nach einer tiefen Venenthrombose (Verschluss der tiefen Vene) zu einer Überbelastung des oberflächlichen Venensystems, was zu einem Krampfaderleiden führen kann.

Symptome von Krampfadern

Bei einem Krampfaderleiden klagen Patienten meist über Schwellung und Schweregefühl in einem oder beiden Beinen. Dies tritt häufig nach langen und heissen Tagen auf, insbesondere nach längerem Stehen oder Sitzen. Am Morgen, nachdem Sie die ganze Nacht liegen konnten, sind diese Beschwerden häufig verschwunden oder gebessert.

Sichtbare äussere grosse Krampfadern oder auch ausgeprägte Besenreiser gehören zum Krankheitsbild der Varikose. Diese äusseren Krampfadern können zu Juckreiz und einem Stauungsekzem führen (trocken, schuppige Haut).

Schmerzen, Krämpfe und Gefühlsstörungen können im Zusammenhang mit Krampfadern auftreten, haben häufig jedoch auch anderer Ursachen.

Hautveränderungen mit vielen Besenreisern an der Fussinnenseite (Corona phlebectatica paraplantaris) und braune Verfärbungen an den Unterschenkelinnenseiten finden Sie bei einem fortgeschrittenen Venenleiden.

Eine nicht heilende Wunde (Ulcus cruris) beschreibt das Endstadium der Erkrankung.

Komplikationen

Im Rahmen eines Krampfaderleidens kann es zu einer oberflächlichen Venenentzündung kommen. Eine tiefe Venenthrombose sollte in jedem Fall ausgeschlossen werden.

Thrombophlebitis/Varikophlebitis: Kommt es zu einer Entzündung einer oberflächlichen Vene spricht man von Thrombophlebitis. Entsteht diese Entzündung in einer Krampfader, wird dies als Varikophlebitis bezeichnet. Es kommt zu einer schmerzhaften Rötung/ ggf. Schwellung in diesem Bereich. Die genaue Ausdehnung sollte mit dem Ultraschall untersucht und dokumentiert werden. Da die oberflächlichen Venen in das tiefe Venensystem einmünden, muss eine Ausbreitung in das tiefe System verhindert werden.

Therapeutisch hilft eine Kompressionstherapie mit Strümpfen, entzündungshemmende Medikamente und heparinhaltige Salben. Gegebenenfalls wird eine blutverdünnende Therapie für einen gewissen Zeitraum durchgeführt. Auch Quarkwickel können den Heilungsprozess beschleunigen.

 

Tiefe Venenthrombose: Ein Verschluss in den tiefen Beinvenen bezeichnet man als tiefe Venenthrombose. Es kommt zu einer Beinschwellung und Schmerzen. Die tiefe Venenthrombose kann mit dem Ultraschall in Ihrer Ausdehnung genau dokumentiert werden. Eine blutverdünnende Therapie für mehrere Monate wird umgehend eingeleitet. Lösen sich Teile des Blutgerinnsels in der Vene und werden mit dem Blutstrom zum Herzen transportiert, kann das zu einer Lungenembolie führen, welche unter Umständen lebensgefährlich sein kann.

Daher sollte jeder Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose ärztlich abgeklärt werden.

 

Varizenblutung: Liegen die Krampfadern sehr nah an der Haut, kann es schon bei einer kleinen Verletzung zu einer starken Blutung kommen.

In diesem Fall sollten Sie einen Druckverband anlegen und das Bein hochlagern. In der Regel stoppt die Blutung von alleine. Um ein Zweitereignis zu vermeiden, empfehlen wir eine Beurteilung Ihrer Venen durch einen Venenspezialisten.

Typen von Krampfadern

In unseren Beinen unterscheidet man ein oberflächliches und ein tiefes Venensystem. Beide Systeme sind über die sogenannten Perforansvenen miteinander verbunden.

Bei dem Krampfaderleiden handelt es sich nur um eine Erkrankung des oberflächlichen Venensytems. Der Name Krampfader kommt aus dem althochdeutschen „krimpfan“, was gekrümmt bedeutet.

Die wichtigsten Venen des oberflächlichen Systems sind die Stammvenen. An jedem Bein gibt es eine grosse Rosenvene (= Vena saphena magna). Diese beginnt am Innenknöchel, verläuft an der Innenseite des Unter- und Oberschenkels und mündet in der Leiste in die tiefe Vene (Vena femoralis communis). Diese Einmündung heisst „Venenstern“ oder Crosse der Vena saphena magna. Die kleine Rosenvene (= Vena saphena parva) verläuft an der Rückseite des Unterschenkels und mündet in der Kniekehle in die tiefe Vene (Vena poplitea). Auch diese Einmündung wird als Crosse bezeichnet.

Beide Rosenvenen liegen ca. 1-2cm unter Haut und sind von aussen meist nicht sichtbar. Die Untersuchung erfolgt mittels Ultraschallgerät.

In die Rosenvenen einmündend gibt es zahlreiche Seitenäste. Sind diese im Rahmen eines Krampfaderleidens vergrössert, verlaufen häufig geschlängelt direkt unter der Haut und sind gut als Krampfadern sichtbar.

Abhängig davon, welche Venen von dem Krampfaderleiden betroffen sind, unterscheidet man:

  • Stammvarikose (Funktionsstörung der grossen oder/und kleinen Rosenvene)
  • Seitenastvarikose (Funktionsstörung eines Seitenastes)
  • Perforansvarikose (Funktionsstörung in den Verbindungsvenen zwischen dem oberflächlichen und tiefen Venensystem)
  • Netzvarikose (= Retikuläre Varikose: kleine 1-3mm grosse Venen direkt unter Haut liegend sind betroffen. Häufig stellt dies mehr ein kosmetisches Problem dar, sie können aber auch Schmerzen und Juckreiz verursachen)
  • Besenreiservarikose (kleinste oberflächliche Venen sind betroffen)

 

Abklärung von Krampfadern

Neben dem Gespräch mit dem Patienten und einer körperlichen Untersuchung erfolgt die genaue Diagnostik mittel Duplexsonographie (Ultraschall).

Alle Leistungen im Überblick

Therapie

Für die Behandlung von Krampfadern gibt es unterschiedliche Therapiemöglichkeiten, die je nach Verlauf und Ort der Krampfadern individuell auf den Patienten abgestimmt werden müssen.

Link zu Leistungen

Medikamente oder alternative Therapien können  zu einer Linderung der Symptome führen.

Therapie mit Medikamenten

Es gibt Medikamente in Salben- oder Tablettenform, die die Symptome (Schweregefühl/Schwellung) mindern können. Inhaltsstoffe sind Rosskastanien, Bein- oder Steinklee. Nur für wenige dieser Medikamente ist jedoch ein eindeutiger wissenschaftlicher Nachweis vorhanden, der eine direkte Wirkung beweist. Haben Sie eindeutige Krampfadern, sollten diese immer vorgängig fachärztlich beurteilt werden.

Wir beraten Sie gerne und stehen jederzeit für Fragen zur Verfügung.

 

Alternative Medizin

Viele alternative Methoden können helfen, Symptome des Venenleidens, wie Müdigkeit oder Schwellung zu lindern. Bereits vorhandene sichtbare Krampfadern oder Hautveränderungen können hiermit jedoch nicht rückgängig gemacht werden. Wir empfehlen daher eine sorgfältige vorgängige Abklärung Ihrer Beine mittels Ultraschall, um Komplikationen zu vermeiden.

Alte Hausmittel: Lehm- und Quarkwickel können bei Venenbeschwerden und Venenentzündung beruhigend wirken und den Heilungsprozess unterstützen. Beide Produkte wirken entzündungshemmend, kühlend, schmerzlinden und verringern die Ödembildung.

Sie können den Quark oder Lehm direkt auf der Haut anwenden oder ihn in ein Tuch wickeln. Belassen Sie das Ganze für 20-30 Minuten auf dem Bein, bis der kühlende Effekt nachgelassen hat. Diese Anwendung können Sie je nach Bedarf mehrmals am Tag durchführen.

Prävention/Vorbeugung von Krampfadern

„Laufen und Liegen ist gut, Sitzen und Stehen ist schlecht.“

Bewegung ist eine vorbeugende Massnahme nicht nur für Venenerkrankungen, sondern Ihr gesamtes Wohlbefinden.

Integrieren Sie das Laufen in Ihren Alltag: Nehmen Sie die Treppe statt den Lift, lassen Sie das Auto mal wieder Stehen und gehen Sie zu Fuss.

Sportarten wie Langlauf, Golf, Yoga/Pilates/Gymnastik, Tanzen und Laufsportarten kräftigen die Muskulatur an den Beinen und fördern so den venösen Rückstrom.

Schwimmen ist besonders gut geeignet. Das Wasser hat einen kühlenden Effekt, die Muskeln werden gelenksschonend bewegt und der Wasserdruck von aussen kann Ödeme reduzieren.

Krampfadern in der Schwangerschaft

Durch den erhöhten Druck auf die venösen Gefässe im Bauchraum und die hormonellen Veränderungen kommt es häufig in der Schwangerschaft zum ersten Auftreten von Krampfadern bzw. ein bereits bekanntes vorhandenes Krampfaderleiden kann sich verschlechtern.

Während der Schwangerschaft sind die Behandlungsmethoden begrenzt. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen gehört immer zu einer Basistherapie und kann auch prophylaktisch eingesetzt werden. Bewegung und regelmässiges Hochlegen der Beine kann helfen, Beschwerden zu lindern.

Häufig bilden sich die Symptome nach der Schwangerschaft wieder weitgehend zurück.

Trotzdem empfiehlt sich eine Abklärung durch einen Venenspezialisten/-in, da gegebenenfalls zwischen 2 Schwangerschaften eine Sanierung der Venen durchgeführt werden kann. So können die Beschwerden in einer weiteren Schwangerschaft deutlich reduziert werden.

Häufige Fragen

Welche Behandlung ist für mich die Richtige?

Können Krampfadern nach der Therapie wieder auftreten?

Welche Behandlung ist für Sie die Richtige?

Bevor man eine Behandlung planen kann, ist eine ausführliche Untersuchung durch einen Venenspezialist/ -in notwendig.

Von Vorteil ist es, wenn alle möglichen Therapiemöglichkeiten angeboten werden. Entsprechend dem Befund wird dann für jeden Patienten ein individuelles Behandlungskonzept zusammengestellt. Häufig werden mehrere Methoden miteinander kombiniert.

 

 

Laser versus Stripping Operation:

In den meisten Fällen, bietet die Laseroperation dem Pateinten entscheidende Vorteile. Sie erfolgt ambulant, ist schmerzarm, wenig invasiv und Patienten können schnell zurück in Ihren gewohnten Lebens- und Arbeitsprozess. Auch eine blutverdünnende Medikation muss für den Lasereingriff nicht gestoppt werden, da die Vene lediglich punktiert wird. Es gibt keine Schnitte und Narben.

Die Europäische Gefässchirurgen Gesellschaft und amerikanische Gefässgesellschaften (Society for Vascular Surgery, American Venous Forum) empfehlen in Ihren Guidelines die endovenöse Thermoablation als Methode der ersten Wahl.

 

Gerne berate ich Sie nach einer ersten Untersuchung über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten.

 

Können die Krampfadern nach der Therapie wiederkommen?

Ja, prinzipiell ist das Krampfaderleiden eine chronische Erkrankung. Die Bindegewebsschwäche, welche zu einer Erweiterung der Venen führt, bleibt bestehen. So kann es immer wieder zum Auftreten neuer oberflächlicher Krampfadern kommen oder andere bisher nicht beteiligte Venenabschnitte verändern sich krankhaft. In welchem Abstand zu einer Behandlung oder ob überhaupt dies bei Ihnen wieder auftreten wird, kann Niemand sagen. Es ist auch möglich, dass Sie nie wieder Probleme haben.

Wichtig ist eine korrekte Behandlung und Nachkontrolle nach 3-6 Monaten. Wenn Sie dann im Verlauf der Jahre wieder Beschwerden haben oder Krampfadern sehen, sollten Sie sich wieder bei einem Venenspezialisten/-in vorstellen. Häufig können Rezidive (Wiederaufgetretene Krampfadern) auch mit wenig invasiven Methoden ambulant behandelt werden. Warten Sie nicht, bis das Krankheitsbild wieder voll ausgeprägt ist.

 

Wo fliesst mein Blut ab, wenn  die Krampfadern entfernt sind?

Circa 90% des venösen Blutes fliessen über das tiefe Venensystem ab. Dies wird in der ersten Ultraschalluntersuchung genau angeschaut und muss gut funktionieren, bevor man Eingriffe an den oberflächlichen Venen durchführt.

In den krankhaft veränderten Venen (Krampfadern) fliesst das Blut nicht wie vom Körper eigentlich vorgesehen Richtung Herz, sondern gemäss der Schwerkraft im Stehen und Sitzen Richtung Fuss. Daher wird das oberflächliche Venensystem ständig mit einem hohen Blutvolumen konfrontiert. Dies führt zu einem erhöhten Druck im Bein (sogenannte venöse Hypertonie), was zu einer Schädigung der Haut/Unterhaut/Fettgewebe führt. Passiert dies über einen längeren Zeitraum, funktioniert die Mikrozirkulation in der Haut immer schlechter, es kommt zu einer Sklerosierungen/ Verhärtung der Haut und Unterhaut, es bilden sich Pigmentiertungen/ Verfärbungen der Beine bis hin zum offenen Bein (nicht heilende Wunde im Innenknöchelbereich).

Daher ist die Ausschaltung der erkrankten Venenabschnitte sehr wichtig und entlastet das oberflächliche Venensystem.  Das Blut fliesst dann über anderer oberflächliche Venen und weiterhin zum grössten Teil über die tiefen Venen Richtung Herz.

 

Wer übernimmt die Kosten für meine Behandlung?

Die Vor- und Nachuntersuchungen mittels Ultraschall sowie alle Behandlungsmöglichkeiten (Laser, Phlebektomie, Sklerosierung, Stripping) werden von der Grundversicherung der Krankenkasse übernommen. Sie zahlen lediglich den üblichen Selbstbehalt. Bitte beachten Sie die Höhe Ihrer Franchise.

Die endovenöse Thermoablation (Laser) wird erst seit dem 01.01.2016 von der Krankenkasse übernommen. Dies zeigt die deutliche Aufwertung des Verfahrens durch den Gesetzgeber und Anpassung an das Vorgehen unserer Nachbarländer.

Einige Krankenkassen verlangen jedoch weiterhin eine Kostengutsprache. Diese fordern wir gerne für Sie ein. In der Regel werden die Kosten für die Thermoablation bei nachgewiesener Erkrankung immer übernommen.

Bei der Besenreiservarikose gibt es keinen nachgewiesenen Krankheitswert, weshalb die Krankenkasse diese Behandlung nicht übernimmt. Genauere Information zur Therapie der Besenreiser finden Sie unter der Rubrik Besenreiser.

Beratung und Untersuchung

Termine können Sie telefonisch oder über das Kontaktformular vereinbaren.