Untersuchung

Neben dem Gespräch mit dem Patienten und einer körperlichen Untersuchung erfolgt die genaue Diagnostik mittel Duplexsonographie (Ultraschall).

Der gesamte Verlauf der oberflächlichen und tiefen Venen an beiden Beinen wird dokumentiert. Mit Hilfe der Farbe und des Doppler Modus kann die genaue Flussrichtung des Blutes beurteilt und so ein krankhafter Rückfluss Richtung Unterschenkel/ Füsse diagnostiziert werden. Verkalkungen und Ablagerungen in den Venen können auf eine durchgemachte Venenentzündung in der Vergangenheit hindeuten. Bestehen akute Schmerzen und Schwellung, kann mit dem Ultraschall eine oberflächliche Venenentzündung und eine tiefe Venenthrombose diagnostiziert werden. Der Ultraschall hat keine Strahlenbelastung und ist schmerzfrei für den Patienten. Die Grundversicherung der Krankenkasse übernimmt die Ultraschalluntersuchung im Rahmen der Abklärung einer Venenerkrankung.

Endovenöse Verfahren

Wie wird die Endoluminale Thermoablation mittels Laser (ELVes, Biolitec) durchgeführt?

Unter Ultraschallkontrolle wird die Vene punktiert und der Laserkatheter über eine 2mm kleine Inzision eingeführt. Die korrekte Lage des Katheters wird mittels Ultraschall kontrolliert. Anschließend wird entlang der Vene eine Lösung mit örtlichem Betäubungsmittel eingespritzt. Dadurch zieht sich die Vene zusammen, Nachbarstrukturen werden geschützt und der Eingriff kann dann schmerzfrei erfolgen. Der Laserkatheter ist eine Lichtleitfaser, an deren Spitze durch das Laserlicht Wärmeenergie freigesetzt wird. Dadurch wird die Gefäßwandinnenschicht geschädigt und die Vene so verschlossen. Die Vene verbleibt im Körper und wird im Laufe der Zeit durch körpereigene Prozesse abgebaut und in Bindegewebe umgewandelt. Das Ausschalten der erkrankten Venen ist möglich, weil der Hauptrücktransport des Blutes über das tiefe Venensystem gewährleistet ist.  Der Eingriff ist minimal invasiv, schmerzarm und erlaubt bestmögliche kosmetische Resultate. Es kommt nur zu geringen Einblutungen ins Gewebe. Der Eingriff erfolgt ambulant und Sie können anschließend schnell zu Ihren normalen Alltagsaktivitäten zurückkehren. Der Eingriff dauert etwa 45 bis 90 Minuten. Am Ende des Eingriffs wird ein Kompressionsverband angelegt. Innerhalb einer Woche sollte eine Nachkontrolle durchgeführt werden. Hierbei wird nochmals eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. In unserem Film können Sie sich den Ablauf der Behandlung nochmals genau anschauen. Die Thermoablation mittels Laser wird seit dem 01.10.2016 von der Grundversicherung der Krankenkassen übernommen.

Phlebektomie (Häkchenmethode)

Wie wird die Häkchenmethode durchgeführt?

Der Eingriff erfolgt ambulant in der Praxis. Die zu entfernenden Venen werden mit einem Stift angezeichnet. Dann wird eine Kochsalzlösung mit Lokalanästhetikum und Adrenalin (ein Gefäß zusammenziehendes Medikament) um diese Vene herum injiziert. Dadurch wird der Eingriff schmerzlos und blutungsarm. Anschließend werden die Venen über kleine Stichinzisionen (1-2mm) mit einem speziellen Häkchen entfernt. Im Anschluss an die Behandlung wird ein Kompressionsverband angelegt, nach 24 Stunden können Sie auf einen Kompressionsstrumpf wechseln. Innerhalb einer Woche erfolgt eine klinische Kontrolle.

Sklerotherapie (Verödung)

Die Sklerosierungstherapie wird häufig ergänzend zur Lasertherapie und Häkchenmethode eingesetzt.

Ziel der Behandlung ist eine Schädigung der Venenwand durch das mit Luft vermischte Sklerosierungsmittel (in der Regel Aethoxysklerol). Dies führt zum Verschluss des Gefäßes. Im Laufe von Wochen oder Monaten wird die Vene dann in einen fibrösen Strang umgewandelt. Dieses Verfahren kann bei der Vena saphena magna, der Vena saphena parva aber auch bei Seitenästen und Rezidivvarizen (Krampfadern, die einige Zeit nach einer Behandlung wieder auftreten) angewendet werden. Unter Ultraschallkontrolle wird die zu behandelnde Vene punktiert und eine bestimmte Menge Schaum injiziert. Je nach Länge und Dicke der Vene geschieht dies ein bis mehrmals. Außer dem Einstich spürt der Patient keine Schmerzen. Der Eingriff ist minimaler invasiv, schmerzarm und kann direkt in der Sprechstunde durchgeführt werden. Es ist keine Narkose oder Lokalanästhesie nötig und Sie sind sofort wieder arbeitsfähig. Insbesondere bei Rezidivvarizen, welche häufig geschlängelt verlaufen, eignet sich dieses Verfahren.

Stripping Operation

Eine Stripping Operation muss nur noch in sehr seltenen Fällen durchgeführt werden.

Bei der Stripping Operation wird die Stammvene über einen Schnitt in der Leiste und im Bereich vom Knöchel (bei Erkrankung der grossen Rosenvene) bzw. einen Schnitt in der Kniekehle und am unteren Unterschenkel (bei Erkrankung der kleinen Rosenvene) mit Hilfe eines Strippers herausgezogen. Dieser Eingriff findet im Spital mit einer Teil- oder Vollnarkose statt. Der Eingriff erfolgt in der Regel stationär, das heisst, Sie bleiben 2-3 Tage im Spital. Nach der Operation werden die Beine eingebunden. Das Tragen von Kompressionstrümpfen ist für 6 Wochen erforderlich.

Besenreiser Behandlung

Besenreiservarizen sind keine echten Krampfadern. Sie sind blau oder rötlich und daher gut sichtbar, besonders auf heller Haut. Sie kommen vor allem an den Beinen vor, mit dem Alter nehmen sie zu. Viele Menschen fühlen sich dadurch kosmetisch gestört. Manchmal können Besenreiser aber auch Ausdruck von Krampfadern sein. Deshalb werden die Beine in der Vorabklärung mit dem Ultraschall untersucht.

Besenreiser können mit Injektionen in das Gefäss „verödet“ werden. Die gebräuchlichsten Mittel sind Polydocanol (Aethoxysklerol), chemisch ein Alkohol, oder Chromalaun, das hauptsächlich aus Glycerin besteht. Bei grösseren Venen kann auch die Schaumsklerotherapie zur Anwendung kommen. Mit einer dünnen Nadel werden die Venen punktiert. Durch den Kontakt des Medikamentes mit der Innenschicht der Vene wird diese geschädigt und verschlossen. Durch Reparaturvorgänge im Körper werden die Besenreiser abgebaut. Dieser Vorgang dauert 4-6 Wochen. Pro Sitzung wird die Menge der blauen Äderchen im behandelten Gebiet meistens um mehr als die Hälfte verringert. Der Erfolg der Behandlung ist aber von Individuum zu Individuum sehr unterschiedlich. Mit wiederholten Behandlungen lässt sich oft ein perfektes Ergebnis erzielen. Nach der Sklerotherapie sollte die Sonne für 1 Woche gemieden werden. In der Literatur gibt es keinen klaren Beweis, dass Kompressionstrümpfe im Anschluss an den Eingriff den Erfolg verbessern, daher verzichte ich in der Regel darauf. Die Kosten für die Behandlung werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Für die Verödung der Besenreiser werden pro 10 Minuten spritzen 100 SFR verrechnet.

Kompressionstherapie

Eine Kompressionstherapie ist nach den meisten Behandlungen für einen kurzen Zeitraum notwendig. Aber auch im Alltag können sie das Wohlbefinden verbessern.

Mit dem Kompressionstrumpf oder –verband wird von aussen ein Druck auf das Gewebe des Beines ausgeübt. Dadurch verengen sich die krankhaft erweiterten Venen. Die Venenklappen können Ihre Ventilfunktion wieder erfüllen. Als Folge erhöht sich die Strömungsgeschwindigkeit des venösen Blutes, der Rückfluss wird normalisiert und die Stauung lässt nach. Kompressionsstrümpfe gibt es in den Klassen I – IV, jede Klasse übt einen genau definierten Druck auf das Bein aus. Der Strumpf sollte daher von einer Fachperson möglichst am Morgen (entstautes Bein) ausgemessen und angepasst werden. Heutzutage gibt es die Strümpfe in verschiedenen Materialien und Farben. Lassen Sie sich durch uns beraten. Nach ca. einem halben Jahr verlieren die Strümpfe an Elastizität, sie sollten diese daher regelmässig ersetzten. Die Krankenkasse übernimmt in der Regel 2 Paar Strümpfe pro Jahr. Auch bei einem gesunden oberflächlichen Venensystem können leichte Kompressionsstrümpfe helfen, schwere und geschwollene Beine nach langen Arbeitstagen im Sitzen oder Stehen zu vermeiden.

Beratung und Untersuchung

Termine können Sie telefonisch oder über das Kontaktformular vereinbaren.